Eine Gartendusche direkt an die Regentonne zu hängen klingt nach einer Sache von zehn Minuten. Wer es dann tatsächlich versucht, merkt schnell: Ohne die richtige Pumpe tröpfelt das Wasser nur, und ohne Filter hat man beim zweiten Duschgang Algenreste auf der Haut. Ich habe das System an zwei Standorten getestet, einmal mit einer einfachen Tauchpumpe für 35 Euro, einmal mit einer Hauswasserautomatik – der Unterschied beim Duschkomfort ist enorm.
Warum eine Regentonnenpumpe für die Gartendusche überhaupt Sinn macht
Trinkwasser für die Gartendusche zu verwenden ist bei Wasserknappheit im Sommer eigentlich Verschwendung, gerade wenn eh schon eine Regentonne am Fallrohr steht. Das gesammelte Regenwasser ist zudem oft angenehmer für die Haut, weil es kalkärmer ist als das meiste Leitungswasser aus der Region. Der Haken: Eine Regentonne liefert von sich aus keinen Druck, deshalb kommt man ohne Pumpe technisch nicht weiter.
Wer sein Fass ohnehin regelmäßig pflegt, kennt das Problem mit Algen und Schwebstoffen bereits aus der jährlichen Grundreinigung, wie sie auch im Beitrag zur Reinigung der Regenwassertonne nach der Hitzeperiode beschrieben wird. Genau dieses organische Material ist der Grund, warum eine Gartendusche aus der Tonne ohne Filterstufe schnell unangenehm wird.
Fördermenge: Wie viele Liter pro Minute braucht die Dusche wirklich
Eine normale Handbrause verbraucht bei vollem Druck zwischen 8 und 12 Litern pro Minute, ein Sparkopf kommt mit 6 bis 8 Litern aus. Das ist deutlich weniger, als viele erwarten, und genau deshalb reichen für die Gartendusche oft schon kleinere Pumpen, die für den Hausgebrauch als zu schwach gelten würden.
Rechenbeispiel aus der Praxis
Bei meinem Test lieferte eine Tauchpumpe mit einer Nennförderleistung von 3.000 Litern pro Stunde am Duschkopf noch etwa 9 Liter pro Minute, weil durch Schlauch, Filter und Höhenunterschied Druck verloren geht. Als Faustregel taugt: Die Herstellerangabe sollte mindestens doppelt so hoch liegen wie der tatsächliche Bedarf am Duschkopf, sonst bleibt am Ende zu wenig übrig.
- Für eine einfache Kaltdusche mit Sparbrause reichen Pumpen ab 1.500 l/h, sofern die Förderhöhe unter 2 Metern liegt.
- Für eine normale Handbrause ohne Sparfunktion sollten es mindestens 2.500 bis 3.000 l/h sein.
- Bei zusätzlicher Warmwasseraufbereitung über einen Durchlauferhitzer braucht es stabile 3.000 l/h, weil der Erhitzer selbst nochmal Druck kostet.
- Bei mehr als 3 Metern Schlauchlänge oder Höhenunterschied zur Dusche lohnt ein Aufschlag von rund 20 Prozent auf die berechnete Fördermenge.
Eine hauseigene Gartenpumpe, wie sie etwa Gardena für den Regenwassereinsatz im Programm hat, gibt üblich Förderleistungen zwischen 2.700 und 4.500 l/h an – das liegt für die reine Gartendusche meist am oberen Ende dessen, was man wirklich braucht, schadet aber nicht, wenn später noch der Rasensprenger mitversorgt werden soll.
Filterstufen: Was aus der Tonne kommt, muss vorher raus
Regenwasser aus der Tonne ist nie klar wie Leitungswasser, selbst wenn die Tonne einen Deckel hat. Pollen, Blattreste, Insektenlarven und feiner Schlamm setzen sich am Boden ab und werden bei jedem Pumpvorgang mit angesaugt, wenn der Ansaugkorb zu grob ist.
Für die Gartendusche hat sich in der Praxis eine zweistufige Filterung bewährt: ein grober Vorfilter direkt am Pumpeneingang mit etwa 0,5 bis 1 Millimeter Maschenweite, gefolgt von einem Feinfilter mit 100 bis 200 Mikrometern kurz vor dem Duschkopf. Diese Kombination hält auch die kleineren Partikel zurück, die sonst den Duschkopf verstopfen und Algenwachstum im Schlauch begünstigen.
Wichtig ist außerdem, dass die Ansaugöffnung nicht direkt am Tonnenboden sitzt, sondern etwa 5 bis 10 Zentimeter darüber schwebt, idealerweise mit einem schwimmenden Ansaugkorb. So wird der abgesetzte Schlamm gar nicht erst angesaugt, was die Filterstandzeit spürbar verlängert.
Hygiene ist kein Nebenthema
Wer regelmäßig mit dem Wasser duscht, sollte wissen, dass Regenwasser aus offenen Tonnen laut Umweltbundesamt grundsätzlich nicht als Trinkwasser gilt und auch für Körperkontakt nur bei sauberer Sammelfläche unbedenklich ist, wie es das Umweltbundesamt zur Nutzung von Regenwasser im Haushalt erläutert. Für die kurze Gartendusche im Sommer ist das unproblematisch, sofern Dach und Tonne sauber gehalten werden und offene Augen- oder Mundkontakte vermieden werden.
In Foren wie hausgarten.net berichten Nutzer immer wieder, dass sich ein UV-Vorsatzfilter am Zulauf lohnt, wenn die Tonne stark besonnt steht und entsprechend schnell Algen bildet. Für eine reine Sommerdusche ist das aber meist übertrieben, ein guter mechanischer Filter reicht in der Regel völlig aus.
Warmes Wasser ohne Trinkwasseranschluss
Die eigentliche Herausforderung ist selten die Pumpe, sondern die Erwärmung. Drei Varianten haben sich bei Selbstbauprojekten bewährt: ein schwarzer Solarschlauch auf dem Dach, ein kleiner elektrischer Durchlauferhitzer mit 3,5 kW, oder ein einfacher Wärmetauscher, der an einen bestehenden Grillkessel angeschlossen wird.
Der Solarschlauch ist die günstigste Lösung, liefert aber nur an sonnigen Tagen zuverlässig 30 bis 35 Grad, während der elektrische Durchlauferhitzer unabhängig von Wetter funktioniert, dafür aber einen Stromanschluss in Gartennähe voraussetzt. Bei einer Fördermenge von 9 Litern pro Minute braucht der Durchlauferhitzer ausreichend Leistung, sonst bricht die Temperatur bei voller Durchflussmenge spürbar ein.
Wer bereits einen Gartenteich mit Pumpentechnik betreibt, kennt das Prinzip der Leistungsanpassung zwischen Fördermenge und Anwendung bereits aus der Praxis, ähnlich wie es auch beim winterfesten Einrichten von Pumpe und Filter am Gartenteich nötig ist – auch dort muss die Pumpenleistung zur tatsächlichen Wassermenge passen, sonst arbeitet das System ineffizient.
Anschluss und Praxis-Tipps für den Alltag
Die Pumpe sollte nie dauerhaft in der Tonne hängen bleiben, sondern nur während des Duschens laufen, sonst sinkt die Lebensdauer durch Trockenlauf bei niedrigem Wasserstand deutlich. Ein einfacher Schwimmerschalter oder ein Trockenlaufschutz, wie ihn viele Modelle etwa von Bosch bereits eingebaut haben, verhindert das zuverlässig.
Für den Alltag hat sich außerdem eine feste Halterung am Tonnenrand bewährt, damit der Schlauch nicht bei jedem Gebrauch neu ausgerichtet werden muss. Wer die Dusche über den Sommer stehen lässt, sollte den Filter alle zwei bis drei Wochen kontrollieren, da sich gerade bei warmem Wetter schnell ein Belag bildet.
Am Ende zeigt sich: Mit einer Fördermenge zwischen 2.500 und 3.500 Litern pro Stunde und einer zweistufigen Filterung liegt man für die klassische Gartendusche goldrichtig, ohne Geld für überdimensionierte Technik auszugeben. Wer zusätzlich für angenehm warmes Wasser sorgen will, kommt an einem kleinen Durchlauferhitzer oder einem Solarschlauch kaum vorbei, beides lässt sich aber mit überschaubarem Aufwand nachrüsten.