Regenwassertonne nach der Hitzeperiode reinigen: Algen raus, bevor der Herbst kommt
Wochenlange Hitze und stehendes Wasser sind eine Einladung für Algen. Wer jetzt, kurz vor dem Laubfall, einen Blick in die Regentonne wirft, findet oft eine grünlich schimmernde Brühe statt klares Gießwasser. Bevor die ersten Blätter fallen und die Rinne zusetzen, lohnt sich eine gründliche Reinigung – das spart im Herbst Ärger und im Frühjahr eine böse Überraschung.
Warum sich nach der Hitzeperiode gerade jetzt Algen bilden
Algen brauchen im Grunde nur drei Dinge: Licht, Wärme und Nährstoffe. Genau diese Kombination liefert eine Regentonne im Sommer wie im Labor – tagsüber heizt sich das Wasser auf über 25 Grad auf, durch den Deckelrand oder undichte Abdeckungen fällt Licht ein, und Pollen sowie Staub sorgen für Nachschub an Nährstoffen.
Nach de.wikipedia.org handelt es sich bei den grünen Schlieren meist um Grünalgen oder Cyanobakterien, die sich in stehendem, nährstoffreichem Wasser explosionsartig vermehren können. Kippt die Temperatur nach einer Hitzeperiode leicht ab, sterben viele Algen ab und sinken als schleimiger Bodensatz zu Boden – das ist der Moment, in dem die Tonne besonders unangenehm riecht.
Regentonne entleeren und erste Reinigung
Zuerst wird die Tonne so weit wie möglich leergemacht, etwa zum Rasengießen oder für die Terrassenreinigung. Den Rest schöpft man ab oder lässt ihn über den Bodenablauf ablaufen, sofern die Tonne einen hat.
Ist die Tonne leer, zeigt sich meist eine schmierige, oft braun-grüne Schicht an den Innenwänden. Diese Schicht besteht aus abgestorbenen Algen, Biofilm und feinem Sediment und lässt sich am besten mechanisch entfernen, bevor überhaupt an Chemie gedacht wird.
Mechanische Reinigung ohne Chemie
Eine steife Bürste mit langem Stiel, wie sie auch zum Reinigen von Regenrinnen genutzt wird, reicht in den meisten Fällen völlig aus. Wichtig ist, wirklich in alle Ecken und unter den Auslauf zu kommen, denn genau dort setzt sich die Schicht am zähesten fest.
- Tonne mit klarem Wasser und Bürste von oben nach unten schrubben, Ablauf zuletzt reinigen
- Bei starkem Belag Essigwasser (1 Teil Essig auf 5 Teile Wasser) einwirken lassen, kein Chlor verwenden
- Deckel und Dichtungen separat abwaschen, dort sitzen oft Sporen für die nächste Algenwelle
- Filtersieb am Einlauf komplett herausnehmen und unter fließendem Wasser durchspülen
- Tonne vor dem Wiederbefüllen kurz an der Sonne trocknen lassen, das tötet Restkeime ab
Auf aggressive Reiniger sollte man verzichten, wenn das Wasser später für Beete oder den Gemüsegarten genutzt wird. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Rückstände von Bioziden im Gießwasser Bodenorganismen schaden können, weshalb einfache mechanische Reinigung fast immer die bessere Wahl ist, wie man auf umweltbundesamt.de nachlesen kann.
Zulauf und Rinne kontrollieren, bevor das Laub kommt
Eine saubere Tonne bringt wenig, wenn gleichzeitig die Dachrinne mit den ersten Blättern vollläuft und das Wasser gar nicht mehr richtig in den Behälter gelangt. Jetzt, direkt nach der Reinigung, ist der ideale Zeitpunkt, um die Rinne einmal komplett abzugehen und lose sitzendes Laub, Moos und Fallobst zu entfernen.
Wer noch unsicher ist, ob sich für die Rinnenreinigung ein Laubbläser oder Sauger lohnt oder der klassische Rechen reicht, findet dazu einen guten Überblick im Beitrag Laubsauger oder Rechen: Wann sich Technik im Herbst wirklich lohnt. Gerade an schwer zugänglichen Dachrinnen zahlt sich die richtige Technik im Herbst mehrfach aus.
Ablauf und Filter dauerhaft laubfrei halten
Ein einfacher, aber wirkungsvoller Trick ist ein feinmaschiges Netz oder Sieb direkt über dem Einlauftrichter der Tonne. Es hält gröbere Blätter fern, ohne den Wasserfluss nennenswert zu bremsen, und lässt sich in wenigen Sekunden ausschütteln.
Wer im Garten zusätzlich einen Teich betreibt, kennt das Problem aus einer anderen Ecke: Auch dort verstopfen Blätter Filter und Pumpen zuverlässig, sobald der Herbst einsetzt. Praktische Hinweise, wie man Netz, Filter und Pumpe rechtzeitig vorbereitet, gibt es im Artikel zum Thema Gartenteich und Laubfall – die Prinzipien lassen sich eins zu eins auf die Regentonne übertragen.
Wie oft muss die Tonne wirklich gereinigt werden
Eine feste Regel gibt es nicht, aber als Faustregel hat sich bewährt: einmal im Frühjahr vor der ersten Befüllung und einmal im Spätsommer nach der Hitzeperiode. Wer die Tonne an einem schattigen Platz stehen hat, kommt oft mit einer jährlichen Reinigung aus, während pralle Sonne eine zweite Runde nötig macht.
Steht die Tonne direkt neben der Terrasse oder dem Sitzplatz, lohnt ein Blick auf die Deckeldichtung: Ist sie rissig oder verzogen, dringt mehr Licht ein und die nächste Algenwelle lässt nicht lange auf sich warten. Ein neuer Deckel oder eine schlichte Abdunkelung mit dunkler Folie unter dem Deckel bremst das Algenwachstum spürbar.
Fazit für die Übergangszeit
Die Wochen zwischen Sommerhitze und erstem Laubfall sind der günstigste Moment, um die Regentonne gründlich instand zu setzen. Wer jetzt Algen entfernt, Filter reinigt und die Rinne kontrolliert, hat im Herbst freie Bahn fürs Wasser und im Frühjahr eine Tonne, die sofort wieder einsatzbereit ist.