Gartengeräte richtig lagern: Was den Winter übersteht und was nicht
Jeden Herbst dasselbe Bild: Der Rasenmäher steht noch feucht in der Ecke, die Heckenschere liegt seit August im Regen, und die Gartenschläuche frieren im Januar fest wie Bratwürste. Wer im Frühjahr nicht mit Rostflecken, klemmenden Mechaniken oder einem toten Akku dasteht, hat im Herbst ein paar Stunden investiert. Das ist keine Raketenwissenschaft, aber es gibt klare Unterschiede zwischen Geräten, die Frost locker wegstecken, und solchen, die spätestens bei minus fünf Grad kaputtgehen.
Warum Kälte und Feuchtigkeit so unterschiedlich wirken
Metall an sich verträgt Kälte problemlos, das Problem ist fast immer die Kombination aus Feuchtigkeit und Temperaturwechsel. Wenn sich auf einer Werkzeugklinge Kondenswasser bildet und dann gefriert, beginnt genau dort die Korrosion, die man später als Rost auf der Oberfläche sieht. Kunststoffe wiederum werden bei Frost spröde und brechen bei Belastung viel schneller, während Gummidichtungen sich zusammenziehen und undicht werden.
Deshalb ist die Frage nie nur "kalt oder nicht kalt", sondern immer auch "trocken oder feucht". Ein Spaten, der sauber und geölt in einer trockenen Garage steht, übersteht auch strenge Winter ohne Probleme. Derselbe Spaten mit Erdresten und Feuchtigkeit im Metall rostet dagegen innerhalb weniger Wochen sichtbar an.
Was ohne Probleme draußen bleiben kann
Massive Handwerkzeuge aus Vollstahl mit Holzstiel, also Spaten, Grabegabeln, Rechen oder Hacken, vertragen kalte, trockene Schuppen oder überdachte Ecken problemlos. Wichtig ist nur, dass kein Regen oder Schmelzwasser direkt draufläuft und dass Erde und Grasreste vorher abgebürstet wurden. Auch schwere Metallkübel, Schubkarren mit Vollgummireifen oder gusseiserne Pflanzenständer stecken Frost ohne Murren weg.
Bei Schubkarren mit Luftreifen lohnt sich ein Blick auf den Reifendruck, weil Kälte den Druck absenkt und ein zu weicher Reifen im Frühjahr schneller platt ist. Ein solides Vorhängeschloss am Gartentor oder Metallzäune ignorieren Frost ohnehin komplett, hier braucht es nur gelegentlich einen Tropfen Öl im Schloss, damit es nicht festfriert.
Was unbedingt frostfrei überwintern muss
Alles mit Motor, Akku oder Elektronik gehört in einen frostfreien Raum, egal ob Keller, Garage mit Heizung oder Hobbyraum. Akkus von Rasenmähern, Heckenscheren oder Vertikutierern verlieren bei dauerhaftem Frost massiv an Kapazität, im schlimmsten Fall sind sie danach komplett hinüber. Hersteller wie Bosch oder Stihl empfehlen deshalb ausdrücklich, Akkus bei Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad zu lagern und sie nicht mit vollem oder leerem Ladestand über den Winter stehen zu lassen, sondern bei etwa 50 Prozent.
Bei Benzingeräten wie Rasenmähern, Motorsensen oder Vertikutierern ist der Tank das größere Problem als der Frost selbst. Altes Benzin verharzt über Monate im Vergaser und verstopft feine Düsen, weshalb es sinnvoll ist, den Tank vor der Winterpause leerzufahren oder mit einem Kraftstoffstabilisator zu versetzen. Wer Restbenzin oder Altöl übrig hat, sollte das nicht einfach in den Ausguss kippen, sondern über eine Sammelstelle entsorgen, wie es auch das Umweltbundesamt für Altöl und Kraftstoffreste vorschreibt.
Der Rasenmäher als Sonderfall
Egal ob Benziner oder Akku, der Rasenmäher braucht vor der Winterpause eine gründliche Reinigung des Mähwerks. Grasreste unter dem Gehäuse binden Feuchtigkeit und sind der häufigste Grund für Rost am Mähdeck, noch bevor der erste Frost überhaupt kommt. Ein Handbesen, ein Spachtel und am Ende ein dünner Ölfilm auf blanken Metallteilen reichen meist schon aus.
Bei Elektromähern mit Kabel lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Kabelisolierung, weil Risse im Gummi über den Winter größer werden und im Frühjahr zur Stolperfalle oder zum Kurzschluss werden können. Wer unsicher ist, ob sein Modell noch einen Winter mehr mitmacht, findet in Ratgeberforen wie hausgarten.net oft ehrliche Erfahrungsberichte anderer Hobbygärtner zu genau diesem Problem.
Schläuche, Pumpen und alles mit Wasser
Wasser ist der klassische Frostkiller schlechthin, weil es sich beim Gefrieren ausdehnt und dabei Schläuche, Pumpengehäuse oder Wasserhähne regelrecht sprengt. Gartenschläuche sollten deshalb komplett entleert, aufgerollt und trocken gelagert werden, am besten hängend, damit sich keine Restfeuchte in Schlaufen sammelt. Außenwasserhähne lassen sich mit einer Frostsicherung nachrüsten, oder man dreht das Absperrventil im Haus zu und öffnet den Außenhahn, damit das Restwasser ablaufen kann.
Teichpumpen und Bewässerungscomputer gehören ebenfalls ins Trockene, auch wenn manche Hersteller frostsichere Modelle anbieten. Regentonnen mit Wasserresten sind im Winter riskant, weil das gefrierende Wasser den Kunststoff von innen sprengen kann, weshalb ein Ablassen vor dem ersten Dauerfrost sinnvoller ist als das Risiko einer gesprungenen Tonne.
Eine kurze Checkliste für den Herbst
Bevor der erste richtige Frost kommt, lohnt sich ein systematischer Rundgang durch Schuppen, Garage und Garten. Die folgende Liste deckt die häufigsten Fehlerquellen ab, die im Frühjahr für Ärger sorgen:
- Alle Werkzeuge von Erde befreien und mit einem trockenen Lappen abwischen
- Metallteile dünn einölen, besonders Klingen und Gelenke
- Akkus bei Zimmertemperatur und halbem Ladestand lagern
- Benzintank leeren oder Kraftstoffstabilisator zugeben
- Schläuche entleeren, aufrollen und frostfrei aufbewahren
- Außenwasserhähne absperren und entleeren
- Regentonnen und Teichpumpen rechtzeitig leeren
Was sich langfristig auszahlt
Die Zeit, die man im Herbst in die Pflege steckt, spart im Frühjahr deutlich mehr Zeit und oft auch Geld für Ersatzteile oder Neukauf. Ein Rasenmäher mit gepflegtem Mähwerk läuft locker acht bis zehn Jahre, während ein vernachlässigtes Gerät schon nach drei Wintern erste Ausfälle zeigt. Am Ende ist es wie mit dem Auto: Wer regelmäßig Öl wechselt und den Wagen sauber hält, fährt einfach länger unfallfrei durch den Winter.