Der Sommer ist vorbei, die Tomaten sind abgeerntet und der Bewässerungscomputer hat seine Arbeit getan. Bevor er in die Winterpause geht, lohnt sich ein kurzer Check: Reset auf Werkseinstellungen, frische Batterien und ein trockener, frostsicherer Ventilkasten. Wer das jetzt erledigt, spart sich im Frühjahr Ärger mit korrodierten Kontakten oder geplatzten Magnetventilen.
Warum der Reset nach dem Sommer sinnvoll ist
Über die Saison sammeln sich in vielen Geräten kleine Unregelmäßigkeiten an: manuelle Zwischenprogramme, verschobene Startzeiten wegen Urlaubsvertretung oder Regensensor-Einstellungen, die niemand mehr zuordnen kann. Ein sauberer Reset auf Werkseinstellungen räumt diesen digitalen Ballast weg und verhindert, dass im nächsten Jahr ein vergessenes Programm mitten in der Nacht die Beete flutet.
Gerade bei Geräten mit mehreren Bewässerungszonen kommt es vor, dass sich Uhrzeit und Datum durch einen Batteriewechsel mitten in der Saison leicht verschoben haben. Nach dem Reset startet man im Frühjahr mit einer klar definierten Basis, ohne Rätselraten über alte Menüpunkte.
Werkseinstellungen wiederherstellen: So geht's
Die meisten Bewässerungscomputer, egal ob von Gardena, Hunter oder Rain Bird, haben eine versteckte Reset-Funktion, die über eine Tastenkombination oder einen kleinen Knopf im Batteriefach ausgelöst wird. Details dazu findet man in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Herstellers, etwa auf gardena.com, wo die aktuellen Modelle mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen hinterlegt sind.
Vorgehen in der Praxis
Zunächst das Gerät vom Wasserhahn oder Ventilkasten trennen, damit während des Resets kein Programm versehentlich ein Ventil öffnet. Anschließend die Reset-Taste gedrückt halten, bis das Display kurz aufblinkt oder alle Segmente einmal durchlaufen – das ist bei den meisten Modellen das Zeichen für den erfolgreichen Rücksprung auf Werkseinstellungen.
Danach empfiehlt es sich, das Gerät noch einmal kurz mit Datum und Uhrzeit zu versehen, auch wenn es über Winter ausgeschaltet bleibt. So ist im Frühjahr sofort ersichtlich, ob die interne Uhr nach der Winterpause noch korrekt läuft oder ob ein weiterer Reset nötig wird.
Batteriewechsel: Nicht erst im Frühjahr
Alkalibatterien, die über den Winter im Gerät bleiben, sind der häufigste Grund für ausgelaufene Kontakte im Frühjahr. Auslaufende Batteriesäure zerstört nicht selten die Platine, und dann hilft nur noch ein neues Gerät. Deshalb gilt: Batterien grundsätzlich vor der Winterpause entnehmen, auch wenn sie noch nicht leer sind.
- Batterietyp und -größe notieren, damit im Frühjahr die passenden griffbereit sind
- Kontakte im Batteriefach mit einem trockenen Tuch reinigen, bevor das Fach geschlossen wird
- Bei Geräten mit Solarpanel zusätzlich die Pufferbatterie prüfen, da sie oft übersehen wird
- Ersatzbatterien mit ausreichender Kapazität wählen, günstige No-Name-Zellen neigen eher zum Auslaufen
- Das leere Batteriefach über Winter leicht geöffnet lassen, damit Restfeuchtigkeit entweichen kann
Wer sichergehen will, welche Batteriechemie sich für den Außeneinsatz eignet, findet auf de.wikipedia.org eine gute Übersicht über Lithium- und Alkali-Zellen und deren Verhalten bei Kälte.
Frostschutz für den Ventilkasten
Der Ventilkasten im Boden ist im Winter die eigentliche Schwachstelle der Anlage, nicht der Computer selbst. Steht dort noch Restwasser in den Leitungen oder im Kasten, sprengt Frost im schlimmsten Fall die Kunststoffventile oder die Verschraubungen. Deshalb sollte das gesamte System vor dem ersten Frost drucklos gemacht und möglichst vollständig entleert werden.
Praktisch bewährt hat sich, den Hauptwasserhahn zu schließen, die Leitungen über die tiefsten Entwässerungspunkte ablaufen zu lassen und anschließend mit einem Kompressor oder einer Handpumpe die Restmenge aus den Schläuchen zu blasen. Wer dafür noch keine Lösung hat, findet passende Hinweise im Beitrag zum Gartenschlauch und der Schlauchtrommel nach der Hitzeperiode, da dort ähnliche Entleerungsschritte beschrieben sind.
Kasten selbst richtig sichern
Der Ventilkasten sollte nach der Entleerung nicht einfach geschlossen, sondern mit trockenem Stroh, Vlies oder speziellem Dämmmaterial ausgelegt werden. Wichtig ist dabei, dass der Deckel nicht komplett luftdicht schließt, damit sich keine Feuchtigkeit staut, die dann selbst wieder gefriert.
Bei Kästen in besonders frostgefährdeten Lagen, etwa an Nordseiten oder in offenen Rasenflächen ohne Windschutz, hat sich zusätzlich eine Frostschutzhaube aus Styropor bewährt, die viele Gartenbaumärkte passend zu den gängigen Kastengrößen anbieten. Erfahrungsberichte dazu, welche Lösung bei strengem Frost tatsächlich hält, tauschen Nutzer regelmäßig im hausgarten.net-Forum aus, was bei der Auswahl eine gute Orientierung bietet.
Timing: Wann genau ist der richtige Zeitpunkt
Als Faustregel gilt, mit dem Rückbau zu beginnen, sobald die Nachttemperaturen regelmäßig unter fünf Grad fallen, meist also Ende September bis Mitte Oktober, je nach Region. Wer zu lange wartet, riskiert einen plötzlichen Kälteeinbruch, der schneller kommt als der Wetterbericht es ankündigt.
Praktisch ist es, den Reset und die Batterieentnahme direkt mit der Entleerung des Ventilkastens zu kombinieren, damit man nicht zweimal in die Erde greifen muss. So ist die gesamte Bewässerungstechnik an einem Nachmittag winterfest und der Computer liegt sauber zurückgesetzt bereit für den nächsten Frühling.
Fazit
Ein zurückgesetzter Bewässerungscomputer, herausgenommene Batterien und ein sauber entleerter, gedämmter Ventilkasten sind die drei Punkte, die im Herbst wirklich zählen. Der Aufwand liegt bei kaum einer Stunde, erspart im Frühjahr aber teure Ersatzteile und unnötiges Rätselraten über alte Programmierungen.